Mobirise



Warum ich Photoshop benutze

Ab und zu werde ich mal gefragt, warum ich meine Fotos überhaupt bearbeite und nicht einfach alles so zeige, wie es wirklich ist. Als ich angefangen habe, zu fotografieren, habe ich das getan und eher dokumentarisch fotografiert. Ich wollte so wenig wie möglich an den Originalaufnahmen verändern und habe meistens nur sehr sanft an Kontrast und Sättigung gedreht. Inzwischen hat sich das aber geändert.

Wenn ich heute ein Foto schieße, möchte ich etwas zeigen, was viele nicht bemerken würden, wenn sie daran vorbei gehen. Das sind oft Formen oder Farben, die ich hervorheben, indem ich selektiv die Helligkeit und Farben ändere, den Himmel austausche oder den Hintergrund auf anderer Weise verändere, sodass sich das Hauptmotiv besser vom Rest des Fotos abhebt.



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Vom Originalbild ist nur das Ufer übrig geblieben. Der Himmel wurde ausgetauscht, der See mit Photoshop erstellt, um den Himmel ordentlich spiegeln zu können und der Nebel wurde mithilfe eines Wolkenbildes erstellt. Am Himmel wurden die Farben und Kontraste verstärkt, weshalb er zu leuchten scheint.


Am meisten Spaß macht es aber eigene kleine Welten zu kreieren. Vielleicht kennst du das auch. Man sieht eine Landschaft (oder irgendein anderes Motiv) und denkt sich "Eigentlich ganz cool. Aber am Himmel ist keine einzige Wolke und ein paar Sonnenstrahlen würden auch ganz gut aussehen", und schon kommt man beispielsweise auf die Idee, eine märchenhafte Landschaft zu erschaffen, die es so eigentlich gar nicht gibt.

Seitdem ich einige meiner Fotos aufwändiger bearbeite, habe ich sowohl Lob als auch Kritik dafür bekommen. Beides finde ich gut und wichtig. Aber hier möchte ich jetzt mal auf die Kritik eingehen. Im Kern sagen Kritiker solcher stark bearbeiteten Fotos, die sich übrigens auch Composings nennen, "ja, sieht nicht schlecht aus aber original finde ich schöner, weil die Welt schön genug ist und man nicht daran herum manipulieren muss.". Das kann ich absolut verstehen. Wie gesagt, auch ich habe früher eher dokumentarisch fotografiert. Aber inzwischen bevorzuge ich bei den meisten Fotos eine intensivere Art der Bearbeitung.

Ich finde, wenn man Composings erstellt und Landschaften so verändert, wie man sie sich vorstellt und nicht, wie sie wirklich sind, hat das fast schon ein bisschen mit Malerei zu tun. Ein Maler kann eine fiktive Landschaft einfach aus dem Nichts erschaffen. Warum sollte man sowas nicht auch mithilfe von Photoshop und den eigenen Fotos tun? So kann ich meiner Fantasie freien Lauf lassen und die daraus resultierenden Landschaften und Szenerien auf Papier bringen. Man könnte es auch mit Filmemacher vergleichen, die Since Fiction Filme oder ähnliches drehen. Kein Mensch würde auf die Idee kommen, zu kritisieren, dass wir schon genug Technik haben und man nichts dazu erfinden muss.


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Diese Art der Bearbeitung nennt man Twirl-Effekt. Das ursprüngliche Foto zeigte eine Landschaft.

Fotografie muss noch nicht mal was mit Realismus zu tun haben. Man kann sogar ganz ohne Photoshop abstrakt fotografieren. Dafür gibt es verschiedene Filter, die man sich an das objektiv Schrauben kann, einige Fotografen schmieren sogar spucke oder fette auf die Linse, um verschiedenste Effekte zu erhalten. Zugegeben, wenn ich was abstraktes mache, dann mit Photoshop aber bisher kam das ohnehin nicht besonders oft vor.

Fotografie ist nicht nur drauf halten und abdrücken. Man muss nicht nur die Technik beherrschen. Es ist ein kreativer Prozess, der von Fotograf zu Fotograf ganz verschieden ausfallen kann. Der eine fotografiert dokumentarisch, der nächste macht leichte Veränderungen und Retuschen und ein dritter macht Composings. Es sind einfach verschiedene Stile. Sowas kann man meiner Meinung nach nicht vergleichen. Man kann es natürlich auch ganz salopp auf das Sprichwort herunterbrechen, dass man Äpfel nicht mit Birnen vergleichen kann. 

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